Essig als Entkalker?

Essig
Entkalken mit Essig?

Darf man Essig als Entkalker benutzen? Kann man mit Essig auch Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen, Dampfbügeleisen oder Wasserkocher entkalken? Diese oder ähnliche Fragen tauchen immer wieder auf. Und die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Die einen schwören darauf und die anderen raten dringendst ab, Essig als Entkalker zu benutzen.  Wie wirkt er denn nun wirklich und was ist beim Umgang damit zu beachten?

Was ist denn überhaupt Essig und wie wird er hergestellt?
Essig wird im Allgemeinen mit Essigsäure gleichgesetzt, doch in Wirklichkeit ist Essig nur eine wässrige Lösung der Essigsäure.  Handelsüblicher Essig ist also eine Mischung, Essigsäure hingegen ist ein Reinstoff. Essigsäure gilt als die am längsten bekannte Säure in der Geschichte der Menschheit, ihre Geschichte lässt sich bis zu den Babyloniern und Ägyptern vor rund 8000 Jahren zurückverfolgen. Sie wird traditionell hergestellt, indem man alkoholhaltige Flüssigkeiten, wie z.B. Wein oder Apfelmost, an der frischen Luft vergären lässt. Dabei sorgen Essigsäurebakterien, die über Taufliegen in die Flüssigkeit eingebracht werden, dafür, dass der Alkohol zu Essigsäure umgewandelt wird. Essig darf in Deutschland zwischen 5 und 15,5 Prozent Essigsäure enthalten.

Aufgrund der im Essig  enthaltenen Essigsäure ist er genauso wie Amidosulfonsäure oder Zitronensäure erst einmal grundsätzlich zum Entkalken geeignet. Allerdings sollte man folgende Dinge beachten:

  • Beim Erhitzen entstehen unangenehme, stechende Gerüche. In höherer Konzentration können diese Dämpfe gesundheitsschädlich sein.
  • Gummidichtungen,  wie sie beispielsweise in Kaffeemaschinen verwendet werden, werden durch Essigsäure angegriffen, was  zu deren Zerstörung und im Folgenden zu Undichtigkeiten führen kann.
  • Essig bzw. die darin enthaltene Essigsäure reagiert mit Kupfer unter Anwesenheit von Luft zu Kupferacetat. Dieses Kupferacetat, besser bekannt als Grünspan, ist ein gesundheitsschädliches Salz. Da Messing eine Legierung aus Kupfer und Zink ist, reagiert die Essigsäure auch mit dem darin enthaltenen Kupfer. Messingdichtungen werden also angegriffen und es bildet sich oben beschriebenes Kupfersalz.
  • Es wird immer wieder berichtet, dass sich Essig im Kunststoff moderner Haushaltsgeräte „festsetzt“  und man selbst mit kräftigem Spülen den Essiggeruch bzw. –geschmack  nicht wieder aus den Geräten herausbekommt.

Essig  ist ein vielseitig einsetzbares Lebensmittel und sicher in vielen Speisen gut nutzbar. Aber als Entkalker sollte er höchstens mal zum Entfernen des „Grauschleiers“ auf Fliesen benutzt werden. Zum Entkalken von empfindlichen und meist auch recht teuren Haushaltsgeräten sind  dagegen sicher andere Entkalker wie beispielsweise [intlink id="144" type="post"]Amidosulfonsäure[/intlink] oder [intlink id="109" type="post"]Zitronensäure[/intlink] wesentlich besser geeignet.

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